Verdauung bei Hunden

Geposted von Honig Pfote am

Grundlage für ein gesundes Hundeleben ist eine gute Verdauung. Für eine optimale Verdauung beim Hund ist eine gut verwertbare Hundeernährung ausschlaggebend. Um sich ein Bild darüber machen zu können, wie die Ernährung genau im Hundeorganismus verdaut wird, soll dieser Artikel einen Überblick geben. Hunde sind von Natur aus Herbivore (Fleischfresser), können aber auch (bedingt) pflanzliche Nahrung verwerten. Das ist ein wesentlicher Bestandteil, um eine artgerechte Ernährung für Ihren Hund zusammenzustellen. Wir zeigen im Folgenden wie eine Verdauung beim Hund genau funktioniert und welche Nährstoffe für den Hund besonders wichtig sind, um gesund zu bleiben.

Das Verdauungssystem bei Hunden – wie verdaut der Hund?

Die aufgenommene Nahrung Ihres Hundes wird im Verdauungskanal des Hundes mit Hilfe von Verdauungsenzymen in kleinste Bestandteile aufgespalten. Der Körperkreislauf kann diese Bestandteile dann verwerten, indem er sie einschleust und daraus in en Organen körpereigenes Gewebe und Hormone aufbaut. Zum Verdauungssystem gehören 1. Maul und Speiseröhre. Das Maul von Hunden ist so geformt, das es große Stücke runterschlingen kann. Hunde besitzen starke Scharnierkiefer und große Zähne, um Fleisch, Knochen und Bindegewebe zu zerreißen. Hier fängt die Nahrungsaufnahme an. Über den Rachen gelangt das aufgenommene Futter über die 2.Speiseröhre in den Magen. Vor dem Erreichen der Nahrung im Magen wird der Brei durch viel Clorwasserstoffsäure durchmischt. Das hilft große Stücke Eiweiß und Knochen zu verarbeiten. Im 3. Magen wird der Nahrungsbrei mit den ersten Verdauungssäften versetzt. Der Magen liegt auf der linken Seite des Bauchraums hinter der Leber. Er schützt sich selbst durch Produktion von Schleim vor der Selbstverdauung. In der Magenwand liegen Drüsen, die Magensaft produzieren.Der Magen des Hundes ist nicht gut in der Bauchhöhle befestigt und kann schnell eine Magendrehung zur Folge haben. Besodners große und flachbrüstige Hunde neigen zu diesem Phänomen.
Bei einem einsetzenden Füllungsdruck und pH-Wert öffnet sich der Magenausgang und die Nahrung gelangt in den ersten Abschnitt des 4. Dünndarms. Im Dünndarm werden Verdauungsenzyme aus der Gallenblase und Bauchspeicheldrüse eingesetzt, um Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate abzubauen. Hier findet der meiste Teil der Verdauung statt und der Aufnahme von lebenswichtigen Nährstoffen. Der Dünndarm ist bei Fleischfressern kurz, weshalb er für die Verdauung von pflanzlichen Stoffe ungeeignet ist, da diese eine längere Verdauung benötigen. Die Dünndarmschleimhaut ist überzogen mit Zotten, die sich in Form von fingerartigen Ausstülpungen der Darmwand bemerkbar machen. Dadurch wird die nährstoffdurchlässige Fläche der Darmschleimhaut für die Absorption von Nährstoffen vergrößert. 5.Die Leber übernimmt wichtige Verdauungsprozesse im Körper des Hundes. Sie sorgt dafür, dass die aufgenommenen Nährstoffe über das Blut gereinigt werden. Umweltgifte, Medikamente, toxische Nahrungsbestandteile werden eingelagert bis sie über den Darm und die Nieren ausgeschieden werden. Die Leber speichert Kohlenhydrete und wandelt Fette um. Das Blutbild wird weitestgehend über die Leber bestimmt. Wenn der Nährbrei nicht weiter verwertet werden kann, gelangt er durch Muskelbewegungen weiter in den 6. Dickdarm. Hier finden wenige Abbauprozesse statt wie die Aufnahme von den übrigen Vitaminen und Mineralstoffen. Hier erfolgt zudem die Rückresorption von Wasser, wodurch Kot entsteht. Der Brei wird schließlich in Form von diesem Kot über den 7. After ausgeschieden.

Abb. 1. Verdauungsorgane des Hundes. Quelle: https://www.tackenberg.de/beratung/Was-ist-BARF/Verdauung-beim-Hund

Ein Hund verdaut in der Regel sehr schnell. Natürlich spielt dabei die Art des Futters eine Rolle. Die Nahrung bleibt in der Regel bos zu 24-36 Stunden im Magen-Darm-Trakt. Dabei teilt man die Zeit in so ein: Der Brei bleibt etwa für 2-8 Stunden im Magen, 1-2 Stunden im Dünndarm und schließlich für 18-24 Stunden im Dickdarm. Welpen haben eine viel kürzere Verdauungszeit als erwachsene Hunde. Die gute Verdauung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Hundes. Achten Sie deshalb stets auf die Essgewohnheiten Ihres Vierbeiners und auf die Frequenz des Stuhlgangs. Erste Anzeichen für Krankheiten sind Appetitlosigkeit, mehr Stuhlgang als sonst, übel riechende Blähungen und Durchfall (Alles Weitere zum Durchfall bei Hunden lesen Sie hier).

So bleibt die Verdauung in Takt – die richtigen Nährstoffe für den Hund

Die Hauptnährstoffe in der Ernährung des Hundes sind die identisch mit denen von Menschen. Hunde brauchen Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate sowie Vitaminte und Mineralstoffe (Mengen- und Spurenelemente). Die Nährstoffe sollten auf die Berdürfnisse Ihres Hundes abgestimmt sein und in den artgerechten Hundeernährung enthalten sein. Wie viel genau von den Nährstoffen Ihr Hund benötigt ist immer individuell und hängt von der Rasse, dem Alter, Körpergewicht, der Aktivität des Hundes und Vorerkrankungen oder bereits bekannte Erkrankungen ab. Zuchthündinnen benötigen bespielsweise während der zweiten Trächtigkeitshälfte viel mehr Energie- und Nährstoffe als normale erwachsene Hunde. Welpen sind während des Wachstums besonders auf Eiweiß und Kohlenhydrate in Form von Stärke aus verdaulichen Getreideflocken haben. Allgemein sollte die Ernährung von Welpen leicht verdaulich und nicht zu deftig sein (Lesen Sie alles zur Ernährung von Welpen hier ). Ein wesentlichen Unterschied bei der Verdauung von Hunden und Menschen ist der, dass im sich Speichel von Hunden keine Enzyme befinden, die die Kohlenhydrate aufspalten. Das Futter wird im Maul also aufgeweicht und runtergespült. Der Magen muss also eine vermehrte Arbeit leisten als bei Menschen und ist mit einem pH-Wert von 1-2 deutlich geringer als bei Menschen. Die Magenschleimhaut produziert viel agressiveren Magensaft, der aus Pepsinen, Salzsäure, Muzin (Schleimstoff) und Liapse besteht. Der Dickdarm am Ende des Verdauungstrakts des Hundes übernimmt eine wichtige Aufgabe für die Gesundheit des Hundes. Die körpereigenen Dambakterien sorgen für eine gesunde Darmflora und ein intaktes Immunsystem. Ein beeinträchtigter Darm beeinflusst im Umkehrschluss das Immunsystem Ihres Vierbeiners. Barfen kann dabei helfen das natürlich Gleichgewicht, im Darm mit Hilfe von nützlichen Bakterien wiederherzustellen und damit der Darmgesundheit und dem Immunsystem etwas Gutes zu tun. (Lesen Sie alles Weitere zum Thema B.A.R.F. hier)

Besonderheit von Allergien beim Hund – Störungen im Verdauungstrakt des Hundes

Achten Sie besonders auf eine hochwertige Ernährung Ihres Vierbeiners, schon von kleinem Welpenalter an, denn in fertigem Hundefutter sind meist minderwertige Füllstoffe beigesetzt. Künstliche Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Farb- oder Konservierungsstoffe können bei Ihrem Hund zu Allergien führen. Hier hilft nur eine Ausschlussdiät, um herauszufinden, welche Inhaltsstoffe für die Allergie verantwortlich sind. In etwa 8 bis 10 Tagen geben Sie Ihrem Hund ein Allergikerfutter oder ein noch nie zuvor gefressenes Protein, wie Känguru oder Strauß in Kombination mit einer noch nie gefressenen Kohlenhydratquelle wie Pastinaken oder Süßkartoffeln . In der ersten Phase sollten de Symptome weniger bis gar nicht mehr auftreten. Wenn Ihr Hund beispielsweise an Juckreiz oder Hautrötungen gelitten hat, sollten diese während der Eliminationsdiät verschwinden. Bleiben Sie stets konsequent beim Futter. In der zweiten Phase der Diät geben Sie Ihrem Hund nach und nach Provoktationsfuttermittel: das heißt Futterquellen, die Ihr Hund bereits vorher gefressen hat. Nehmen Sie zum Beispiel als zweite Proteinquelle Rind oder Huhn hinzu und beobachten Ihren Vierbeiner die nächsten zwei Wochen. Die nächste Futterkomponente kann dann aus einer Kohlenhydratquelle bestehen und wiederrum zwei Wochen gegeben werden. So provozieren Sie eine allergische Reaktion Ihres Hundes und können die Futterkomponente ausfindig machen, die bei Ihrem Pelzfreund eine allergische Reaktion auslöst. Ein sensibler Magen-Darm-Trakt führt meist zu Verdauungstörungen und kann ausgelöst werden durch einen stressbedingten Reizdarm, eine schnelle oder häufige Futterumstellung. Wir schließen hier einmal eine Erkrankung mit Parasiten oder eine Infektion aus, da dies ein spezielles Verdauungsproblem des Hundes wäre. Bei den anderen leicht zu behandelnden Ursachen, äußert sich die Verdauungsstörung durch übelriechende Blähungen, breiigem Stuhlgang bis zum Durchfall (Alles Weitere zum Durchfall bei Hunden lesen Sie hier), aufgeblähtem Bauch, Bauchschmerzen oder Erbrechen. Zum Schluss sollen einige Nahrungsmittel genannt werden, die diese Magendarmstörungen in den Griff bekommen können. Möhren, Chicorée und Rübenschnitzel enthalten Pektine, Inulin und Rohfaser und stärken die Darmflora. Außerdem binden Sie Wasser im Darm und machen den Kot fest. Achten Sie darauf nur eine Quele von Kohlenhydraten und eine Quele von Proteinen zu füttern. Außerdem ist eine ausgeglichene Nährstoffzufuhr schonend für den Magen und die Verdauung. Wenn Sie eine Futterumstellung vornehmen, empfiehlt sich diese langsam vorzunehmen. Planen Sie einen Zeitrraum von vier bis zehn Tagen ein und fangen Sie mit kleinen Portionen über den Tag verteilt an, bevor Sie nur noch das neue Hundefutter füttern.


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